You are currently viewing Nach meinen Werten leben

Nach meinen Werten leben

Heute lebe ich nach meinen Werten, die da sind: Freiheit, Authentizität, Naturverbundenheit und Leichtigkeit. Die meiste Zeit meines Lebens aber war es anders. Wie kann so etwas passieren und was hat das für Auswirkungen?

Was sind überhaupt Werte?

Ein Herz auf moosigem Waldboden, gelegt aus Kleeblüten
Natur ist auch ein Wert

Im Internet habe ich folgende Definition gefunden:
Persönliche Werte oder Wertvorstellungen sind grundlegende als positiv betrachtete Eigenschaften und Ideale, nach denen wir handeln. Werte sind wie Wegweiser auf unserem Lebensweg, die aufzeigen, wofür wir unsere Energie und Zeit investieren.

Die Liste von Werten ist äußerst umfangreich. Letztendlich kannst du alles zu DEINEM Wert ernennen, worauf du besonderen WERT legst; sei es Umweltschutz, gesunde Ernährung, Religiosität, Gesundheit, aber auch Stille, Gelassenheit, Vertrauen, Ehrlichkeit, Toleranz u.v.m…. Willst du es genauer wissen, dann schau doch mal hier nach.

Deine Werte bestimmen also, worauf du deinen Fokus in deinem Leben richtest. Häufig aber übernehmen wir die Werte, die uns durch unsere Eltern oder unsere Kultur vorgelebt bzw. mitgegeben werden. Solange diese Werte auch für dich von Bedeutung sind, ist das kein Problem. Aber mitunter ist es uns gar nicht bewusst, dass wir unser Leben ganz anders ausrichten als wir es im tiefsten Herzen wünschen. Ich habe früher oft gehört: Das macht man nicht. Was sollen denn die Leute denken? Da mich das so genervt hat, bin ich früh darauf aufmerksam geworden und habe versucht, mich nicht davon leiten zu lassen. Aber noch heute erwische ich mich dabei, dass ich manche Dinge mache, nicht, weil ICH sie gut finde, sondern weil ich denke, dass ANDERE das so von mir erwarten….

Lebst du wirklich nach DEINEN Werten?

Ein Grasbüschel, in dem sich ein Hauch von Schnee gesammelt hat.
Schätze in der Natur entdecken

Wie kannst du überprüfen, ob du „fremdgesteuert“ bist in Hinblick auf deine Werte? Ein erster Hinweis darauf ist, dass es sich für dich nicht richtig anfühlt, was du tust. Bist du nicht glücklich, bist nicht im Einklang mit deinem Leben? Fühlst du dich gelebt? Reagierst anstatt zu agieren? Du spürst, dass da etwas falsch läuft, dass du dich im Kreis drehst, findest aber keinen Ausweg?

Immer, wenn du SPÜRST, dass sich etwas für dich nicht gut anfühlt, dann solltest du deine Werte überprüfen. Das kann sich so bemerkbar machen, dass sich etwas in dir zusammenzieht, dass es sich wie ein Kloß im Magen anfühlt oder sich dein Hals zuschnürt. Es kann sich aber auch ganz anders anfühlen, das ist bei jedem unterschiedlich. Bei manchen entwickeln sich Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen oder auch Schulter-/Nacken- oder Rückenschmerzen. Bei mir war es immer mein Atem, der ins Stocken geriet. Auch empfand ich es so, als lägen schwere Ketten um mein Herz. In mir fühlte sich alles eingesperrt und schwer an.

Diese Gefühle können natürlich auch nur vorübergehend in Konfliktsituationen auftreten. Davon spreche ich hier nicht, sondern von den Gefühlen, die du über einen langen Zeitraum bemerkst, die zu deinem täglichen Begleiter, deinem Grundgefühl geworden sind.

Wie bei mir ein Samen auf fruchtbaren Boden fiel

Ein Same allein reicht noch nicht aus für eine neue Pflanze

Ich kann dir ein Beispiel aus meinem Leben schildern, das mein Leben anschließend tiefgreifend verändert hat:

In einem Workshop zum Thema „Grübelst du noch oder entscheidest du schon?“ bei der wundervollen Treya Silke Koch stellte ich mich mit einem persönlichen Beispiel zur Verfügung, um allen Teilnehmern die Funktionsweise eines bestimmten Entscheidungstools zu demonstrieren. Damals schlug ich mich damit herum, ob ich mich in meinem Lehrerberuf auf eine Beförderungsstelle bewerben sollte. Ein halbes Jahr zuvor hatte ich dieses Procedere schon einmal vergeblich durchlaufen. Diesmal eröffnete sich eine neue Gelegenheit und meine Direktorin hatte mir zu einer wiederholten Bewerbung geraten.

Dazu muss man wissen, dass so eine Bewerbung mit zwei Unterrichtsbesuchen mit vollständigem Unterrichtsentwurf verbunden sind. Der Aufwand entspricht beinahe einem Staatsexamen, jedenfalls an meiner damaligen Schule wurde das so gehandhabt. Damit wären viele viele Stunden Vorbereitung verknüpft, was eine erhebliche Belastung neben dem normalen Schulbetrieb bedeutet. Ich war also hin- und hergerissen, ob ich die Energie nochmals investieren wollte, zumal der Ausgang ja wieder ungewiss war.

Wie ich herausfand, dass ich nach fremden Werten lebte

Kunstvoll geschmiedetes Eisentor, geschlossen vor einer langen Zufahrt zu einem Hof
Öffne dich für deine wahren Werte

Also meldete ich mich begeistert für diese Demonstration des Tools „Tetralemma“. Dabei dienen vier verschiedene Moderationskarten als Bodenanker (Ja/Nein/beides/Keins von beidem). Ich stellte mich mit dem Auftrag auf die erste Karte (Ja – ich bewerbe mich) und sollte in mich hineinspüren und laut aussprechen, was mir mein Körper zurückmeldet. Anschließend wurde der Vorgang auch mit den anderen Karten wiederholt. Bei der zweiten Karte fiel mir auf, dass ich gar nicht meine Gefühle nannte, sondern dass sich mal wieder mein Kopf eingeschaltet hatte und die Antworten gegeben hatte. Also zurück auf Start. Und nun spürte ich eine große Belastung auf der Karte JA, alles zog sich in mir zusammen, es fühlte sich alles andere als gut an. Auf der Karte NEIN aber fiel ein riesiger Stein von mir ab, ich fühlte mich leicht und entspannt, ein Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus.

Kaum hatte ich das in Worte gefasst, rutschte mir folgender Satz heraus: Jetzt meldet sich eine Stimme in mir, die sagt: Du bist ja blöd!! Durch vertieftes Nachfragen und weitere Intervention seitens der Moderatorin wurde mir schlagartig bewusst, dass dies die Worte meines Vaters waren, die ich in mir hörte. Dadurch erkannte ich, dass ich – mit über 50 Jahren – noch immer getrieben war von dem Wunsch nach Anerkennung durch meinen Vater. Gleichzeitig erlebte ich, dass folgender Glaubenssatz tief in mir verankert war: Ich muss erfolgreich sein, um geliebt zu werden.

Mein ganzes bisheriges Leben war ich diesem Glaubenssatz hinterher gehechelt, emsig wie eine Ameise, immer ehrgeizig und erfolgsorientiert, immer auf der Suche nach Anerkennung. Dabei war ich erwachsen und seit vielen Jahren nicht mehr abhängig von der Liebe oder Anerkennung meiner Eltern.

Zuvor hatte ich bereits meine Werte bestimmt: Sie lauteten Liebe, Erfolg, Sicherheit.

Wie sich dadurch mein Leben veränderte

Jeden Tag das Glück spüren

Ich habe mich nicht auf die Beförderungsstelle beworben und mich sehr gut dabei gefühlt. Geld bekam eine ganz andere Bedeutung in meinem Leben. Nicht länger empfand ich ein gutes Gehalt als adäquaten Ausgleich für meinen Einsatz oder als irgendeine Form von Anerkennung.
Zwei Jahre später nahm ich ein Sabbatjahr in Anspruch und nach einem weiteren Jahr kündigte ich meine Lehrerstelle und verließ die Schule ganz.
Die bisherigen Werte Sicherheit und Erfolg sind vollkommen nach hinten gerückt. An ihren Platz sind Freiheit, Authentizität, Naturverbundenheit und Leichtigkeit getreten. Meinem Wohlbefinden schenke ich sehr viel mehr Aufmerksamkeit als früher und achte sehr stark auf die körperlichen Signale. Nun endlich gehört mein Leben voll und ganz mir und ich verfolge MEINEN Lebensweg, der sich jeden Tag gut anfühlt.

Willst auch du überprüfen, wie es um deine Werte bestellt ist, dann melde dich gern bei mir und schreibe mir eine Email.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Justyn

    Vielen Dank für diesen Artikel – ich glaube, ich habe dank Ihnen/Dir verstanden, dass ich eventuell auch den Wert der Naturverbundenheit habe, den ich nicht wahrgenommen habe.

    1. Heideline

      Liebe Justyna,
      danke für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir mein Artikel zu neuen Erkenntnissen verholfen hat. Demnächst erscheinen noch weitere Blogartikel, in denen ich genauer auf die einzelnen Werte eingehen werde.
      Liebe Grüße
      Heidrun

Schreibe einen Kommentar